Gaaaanz weit weg !

Ein Jahr am anderen Ende der Welt

Berichte von 03/2016

29März
2016

Happy Easter!

Heho,

Es gibt Entwarnung für alle, die Angst hatten, dass ich mich wohl bald von Gras und Milch ernähren müsste? Mittwoch gabs dann endlich auch mal Geld.

Arbeitstechnisch gibt es eher weniger zu berichten, ich verbringe viel Zeit mit Melken und Unkrautbekämpfung. Den einen Tag gab es Besuch vom Tierarzt, es sollten 4 Kühe behandelt werden und weil die Manager beide irgendwie beschäftigt waren, musste ich also herhalten. Ich hatte natürlich auch absolut keinen Plan, was mit den los war, nur 3 Ohrmarkennummer aber plötzlich 5 Kühe ? Letztendlich hat alles geklappt, aber bisschen unglücklich geregelt.

Am Donnerstag haben wir mal wieder wie wild Kühe durcheinander sortiert, um nun nur noch 1 Herde, also die Hälfte, abends zu melken. Gegen Anfang April starten wir dann vielleicht auch komplett mit once a day-milking (OAD).

Das Osterwochenende hatte ich komplett frei, Freitag bin ich zum Lake Tekapo gefahren. Ich machen immer wieder den Fehler zu denken, das die großgeschrieben Orte auf der Karte auch groß sind. Dort angekommen war dort außer ein paar Souvenirläden und Cafés absolut garnix, und das Wahrzeichen, der unglaubliche Blick auf die Milchstraße, auch wolkenverhangen und durch den Vollmond überbeleuchtet. Und da ich eh kein freies Hostel gefunden habe, bin ich wieder zurück zum Hof für die Nacht.

Sieht teilweise schon sehr surreal aus. Die Church of the good shepperd ordendtlich zu fotografieren ist echt schwiereig, überall stehen da Touris biszum abwinken rum ?

Samstag hatten dann auch wieder alle Läden auf, also bin ich nach Christchurch gefahren, um mal wieder shoppen oder bummeln zu gehen. Nur in irgendwelchen Kuhdörfern zu hocken ist auch nicht meins. Also hab ich mir nein schönen Tag gemacht (und hatte telefonisch auch ne Unterkunft bekommen) und hab nen bisschen Geld ausgegeben ?


Für Sonntag hatte ich mir einen Ostergottesdienst rausgesucht, wenn man schon den restlichen Trubel nicht hat, dann wenigstens das. In einem großen Veranstaltungscenter haben sich 4 Kirchgemeinden getroffen, es waren ca. 500 Leute und eine spürbare Energie und Freude. Später bin ich dann schwimmen gegangen, endlich mal etwas, wo nicht zu viele Leute waren (aber die Schwimmbäder sind alle mini und unspecktakulär).
Montag bin ich dann wieder durch die Stadt gebummelt, auch nicht als einzige, Parkplätze zu finden war auch eher eine Geduldsprobe. Dann ging's wieder zurück, inzwischen sind meine letzten 2 Wochen hier auch angebrochen, ich bin schon fleißig auf der Jobsuche.

Ich wünsche euch allen noch schöne Rest-Ostern, freut euch auf den Frühling, hier kommt der Herbst mit großen Schritten.

Liebste Grüße,
Ronja

20März
2016

Work, work, work

Ich melde mich auch mal wieder, gibt nicht allzu viel Berichtenswertes.

Die Arbeit läuft so vor sich hin, manche Tage bin ich ganz zufrieden mit dem, was ich mache, andere eher genervt oder gelangweilt von der Arbeit. Ich verbringe sehr viel Zeit im Melkstand, entweder mit Melken und saubermachen. Inzwischen merke ich immer mehr was ich eigentlich an den "kleinen" deutschen Betrieben habe ?.

Ich darf nun auch Motorrad fahren, das Quad ist momentan kaputt und davor haben wir uns zu dritt sozusagen ein Fahrzeug geteilt, so sind alle viel flexibler.

 

Das letzte Wochenende hatte ich frei, ich war auf einer A&P Show, eine Agriculture and Pastoral Show, eine Mischung aus der Tarmsteder Ausstellung und einem Dorffest. Es gab einen Wett-Scher-Wettbewerb, ein Schweinerennen, Reitturnier, Ziegenschau, viele Autos und Trecker, ein Riesenrad und noch kleinere Wettbewerbe, wer hat zum Beispiel das schönste Blumengesteck oder das beste Ei oder Marmelade. Auch Wolle wurde bewertet.

Sonntags war ich in einer Gemeinde, die so groß war, das sie 2 Gottesdienste Sonntags machen. Es wurden auch 6 Leute getauft, der Älteste war an die 60, der jüngste 11. Danach binich zu einem See gefahren, habe ihn umrundet und dabei einen Einheimischen getroffen, mit dem ich mich erstmal bestimmt ne halbe Stundenunterhalten habe.

Mittwoch Nachmittag haben wir eine Milchkontrolle gemolken, es war alles sehr wirr, aber wir haben als eigentliche Melkzeit nicht viel länger gebraucht, allerdings auch 200 Kühe weniger gemolken. Wir hatten nämlich die nicht tragenden Kühe aussortiert, damit Chef sich die angucken konnte, um zu entscheiden, was mit denen passiert.

 

Ich habe einen neuen Kollegen bekommen, einen Kanadier, mein Alter und sehr redselig. Der wohnt auch mit hier in der Baracke.

 

So verbringe ich also meine Tage. Sonntag ist Bergfest von der Arbeit, leider habe ich immernoch noch kein Lohn bekommen, was meinen Kontostand nun zu gaaaaanz knapp über 0 führt. Aber kommt bald.

 

Bis denne.

06März
2016

Abschied und Neustart

Hallo Freunde, ich lasse auch mal wieder was von mir hören. Gab momentan nen bisschen Wirrwarr, da hatte ich einfach nicht die Ruhe, mich zum Schreiben hinzusetzten.

 

In Queenstown ging es also am nächsten Tag weiter, aus nur einem Bier sind dann doch ein paar mehr geworden und das Wetter hatte sich inzwischen auch eher zu einem Grau verzogen, sodass unsere Begeisterung zum Aufstehen nicht so riesig war. Allerdings hatten wir für relativ wenig Geld eine 90 minütigen Cruise auf dem See gebucht. Als wir am Anleger ankamen, wurde uns schnell klar: Wir senken den Altersdurchschnitt gewaltig. Es war ganz chillig auf dem Wasser, nix besonders, aber war gut. Außer einem Bummel durch die "Stadt", die eher ein stark touristisches Örtchen ist, haben wir nix mehr gemacht, zu fertig vom Adrenalin der letzten Tage.

 

 

Am nächsten Tag wollten wir mal einen der legendären "Fergburger" probieren, aufgrund der Menschenmassen ab Mittag gab es also Burgerfrühstück. Die waren schon echt lecker, aber jetzt nix was ich jetzt irgendwie legendär finden würde. Das ist allerdings die Eiskrem der dazugehörigen Eisdiele. Unglaublich lecker und ne riesige Auswahl! Sowas ist hier eh eher selten, hier isst man eher das Eis aus der 1 kg-Dose. Nachmittags habe ich mich mit Nadja und Eva getroffen, wir sind zusammen von 7!! Monaten hier angekommen. Es war lustig, die beiden mal wieder zu treffen. Am Freitag stand dann der Abschied an, von Queenstown und von meinen Mädels. Erst haben wir noch durch einen Glaskasten in den See geguckt , bevor wie am Flughafen deren neuen Mietwagen abgeholt haben. Für Hanne geht's in ein paar Wochen wieder zurück nach Deutschland, Miriam hat noch 2 Monate hier.

 

 

Ich bin also etwas planlos alleine weiter gefahren, mit dem Ziel irgendwo irgendeine Arbeit zu finden, denn ich brauche wieder Geld. Eigentlich hatte ich mich rechtzeitig gekümmert und auch einige Zusagen bekommen, die dann dooferweise gleichzeitig abgesagt haben. Also bin ich erstmal nach Oramara gefahren. Die Nacht habe ich in einem Privathaus verbracht. Der Besitzer vermietet Zimmer und Betten in seinem Haus und man darf alles mitbenutzen. War irgendwie lustig. Beim Frühstück hat der Besitzer (ein ehemaliger Farmer) dann auch noch einige interessante Sachen erzählt, das Neuseeland nämlich gar nicht immer das ist, wie es scheint, dass überall auch größere Probleme stehen. Also bin ich genauso planlos weiter nach Timaru, mit dem Plan, dort einige Farmen abzuklappern. Allerdings hab ich dann ein ganz frisches Jobangebot gesehen, sofort hingeschrieben und ne halbe Stunde später hatte ich den Job.

 

Also ging's nach meine ersten sonntäglichen Kirchenbesuch hier in Neuseeland auf zu der Farm, um das Quartier zu beziehen. Die Farm liegt ca. 5 Minuten von meiner Vorherigen entfernt, wieder zwischen Christchurch und Rakaia. Es gibt ca. 1400 Kühe zu melken in einem 80er- Karussell mit automatischer Abnahme. Hier arbeiten außer dem Bruder vom Chef und dem Herdenmanager (beide schon ziemlich lange) und noch 1 junges englisches Pärchen und ein neuseeländischer Kerl, alle 3 um die Mitte 20.

Die ersten Tage hab ich erstmal mit Melken, Zäune umstecken, Kühe treiben und Disteln hacken verbracht, alles nix neues. Dafür hab ich erstmal nen Dach überm Kopp und kriege zusätzlich noch Geld.

 

Liebe Grüße,

Ronja