Gaaaanz weit weg !

Ein Jahr am anderen Ende der Welt

Berichte von 04/2016

29April
2016

Onions and spuds

Ja ich melde mich jetzt auch mal wieder...
Das Probearbeiten lief gut, und deswegen hab ich also am Montag da richtig angefangen. Die Stelle war zwar als Tractor Driver ausgeschrieben, allerdings ist der Anteil an Trecker fahren seeehr gering (inzwischen bei fast 0). Der Hof ist ein 1,5 Personen Betrieb, also alles sehr klein. Momentan werden Zwiebeln und Kartoffeln geerntet. Die Zwiebeln liegen in Reihen auf dem Feld und mein Chef fährt eine Maschine, die die Zwiebeln aufhebt, von Laub und Dreck trennt und über ein Förderband in den Anhänger befördert. Also fahre ich nebenher und fülle den Anhänger möglichst gleichmäßig  und voll, ohne was zu verlieren. Das erste Feld am Hof habe ich mit Traktor + Anhänger und einem kleinen Truck abgefahren, bei dem momentanen Stück fahren wir nur mit dem Truck und ab und zu mit nem kleineren Truck, da es 30km entfernt ist. Der volle Anhänger wird dann auf ein Förderband entladen, das die Zwiebeln und restliche Laub trennt und gleichmäßig in große Holzkisten füllt. Allerdings funktionierte ein Sensor nicht richtig, sodass ich auch viel Zeit mit Aufsammeln verbringe. Oft holen wir morgens erst eine Ladung Kartoffeln, wobei ich mit meinem Rentner - Kollegen auf dem Roder sortiere, und dann 3 bis 5 Ladungen Zwiebeln. Auf dem weiter entfernten Feld, wo wir momemtan ernten, ist für die Maschine zu viel Unkraut in den Reihen, sodass ich die meisten Tage auf dem Feld bleibe und sortiere, während mein Chef den Truck abläd. Also schön 6-8 h gebückt übers Feld tigern. Pure Freude ?.

Seit Mittwoch haben wir 2 Helfer, sodass Chef und ich abfahren  und die beiden sortieren. Das Wetter spielt momentan voll mir, außer letzten Sonntag ein bisschen Regen immer trocken (aber langsam könnte ich Regen gebrauchen, dann gäbs endlich mal nen freien Tag). Wies aussieht, haben wir das Feld Montag fertig.?



Also passiert momentan nix wirklich interessantes und ich befinde mich momentan auch gesundheitlich und emotional nicht auf der Höhe. Aber das haben wir bald wieder.

Grüße

16April
2016

Meine letzte Schleife der Südinsel (und viiiiele Bilder)

Also habe ich am Dienstag mich auf den Weg weiter durch die Catlins gemacht. Ich hatte mir mal wieder eine relativ lange Strecke überlegt, weil es vorallem nur Anguck-Punkte waren, da braucht man nicht nächtelang sein.

Auf meiner Strecke lag der Curio Bay, einer der schönsten Strände in den Catlins, bei low tide kann man versteinerte Bäume im Wasser sehen

Am Slope Point war ich kurz, der offiziell südlichste Punkt von den Hauptinseln Neuseelands, allerdings wird mein nächster Halt oft dazu gemacht. Man sagt nämlich umgangssprachlich "von Cape Reinga bis Bluff", also von Nord nach Süd. Bluff ist vorallem bekannt für die Austern, die dort sehr gut sein sollen (und verdammt teuer, weswegen ich die nicht probieren wollte) und dem Fährhafen vorallem nach Steward Island, einer einzigartigen Naturinsel, auf der man sogar wilde Kiwis sehen kann (nicht die Menschen oder Früchte, ich meine die Vögel).

 

Ich hin dann weiter nach Invercargill gefahren, eine kleine unscheinbare Stadt. Nach ner Mittagspause gings dann über den South Scenic Highway nach Te Anau, wo ich nun auch endlich angekommen bin, es war schon 6 Uhr.

 

Am nächsten Tag habe ich mich dann mit einem israelischen Mädel auf den Weg zu den Milford Sounds gemacht. Bei 120 km Strecke haben wir an interessanten Punkten angehalten und kurze Spaziergänge gemacht. Außerdem bin ich das erste Mal hier durch einen Tunnel gefahren. Sonst sind die Straßen immer um die Berge rum oder rüber, aber selten durch. Auf der Strecke haben wir einiges an Autos und Bussen gesehen, sodass schon zu erwarten war, das es sehr voll werden würde. Wir waren auf einem Boot für 200 Leute, aber das Wetter war so gut, dass wir fast die ganze Fahrt auf dem Deck saßen. Es war echt schön, man konnte einige Wasserfälle sehen, es werden tausende, wenn es vorher regnet. Aber noch nicht so ganz das magische, was ich mir darunter vorgestellt habe. Aber das sollte noch kommen.

 

Denn am nächsten Tag ging es in die Doubtful Sounds, die um einiges größer sind und durch die schwierige Erreichbarkeit auch nicht so überlaufen. Ich habe mich für eine ganztägige Kajaktour entschieden. Um kurz vor 7 gings zur Base in Manpouri, dann mit dem Bus zum Anleger aufs 1. Boot, man konnte einen schönen Sonnenaufgang beobachten. Dann ging es am Wasserkraftwerk vorbei, es betreibt die einzige Aluminiumhütte bei Bluff. Runter vom Boot, schnell den Neoprenanzug anziehen und dann rein in den Bus. Diesen Punkt erreicht man nur per Boot. Also ging es mit dem Bus auf der einzigen Straße zum nächsten Anleger (die Straße wurde ursprünglich fürs Wasserkraftwerk gebaut, um Material direkt vom Tasmanischen Ozean her zu bringen). Und dann rein ins Kajak. Nach ca. 2 h gegen Wind und Wellen kämpfen ( da war noch nicht viel Zeit zum Bewundern der Natur) war Mittagspause angesagt. Also allemann wieder aufs Boot, kurzes Aufwärmen und Essen, dann ging es weiter. Jetzt waren wir in einem Seitenfjord, ein bisschen Wind hatten wir im Rücken und unser Führer konnte mehr erzählen. Allerdings war es teilweise so windstill, dass wir von den Sandflys angegriffen wurden, jetzt darf ich mich wieder wochenlang mit juckenden Stichen im Gesicht und an den Händen rumquälen?.

 

Die Fjorde, (die fälschlicher Weise Sounds genannt werden) sind bis zu über 900m tief, die Berge drumherum das gleiche hoch. An den felsigen, steilen Hängen befindet sich ein ausgeklügeltes Ökosystem, bei 7-8 l Regen im Jahr ein Regenwald ( in Deutschland haben wir ca. 700ml), und der ganze Zyklus lebt davon, das ab und zu mal ein Teil der Vegetation abrutscht. Das Regenwasser spühlt aus dem Moos einen dunklen Farbstoff, der das Wasser trübt, und so entstehen schon bei 5 m Tiefe Tiefsee-Korallenriffe. Das Wasser ist sehr nährstoffhaltig, so das es unter der Wasseroberfläche nur so von Leben wimmelt. Selbst Delfine leben dort das ganze Jahr über, wir haben nur leider nur Pinguine gesehen.

 

Nachmittags war es wunderbar bewölkt und es tröpfelte, die Wolken hingen in den Bergen und wir saßen in unseren kleinen Kajaks. Einfach ein magischer Ort, jeden einzelnen Cent wert. Nach 5 Minuten absoluter Stille kam das Boot und wir sind den ganzen umständlichen Weg zurückgefahren, auf dem Weg über den See konnte man den Sonnenuntergang beobachten. Was für ein fantastischer Tag!

 

Der krönende Abschluss war noch ein Anruf von einem Farmer, bei dem ich mich vor 3 Wochen zum Trecker fahren beworben hatte, er hatte wohl Pech mit seinen Leuten, also fahr ich da gleich zum Angucken hin.

 

Gestern habe ich mich dann auf den Weg zum Lake Tekapo gemacht, ich habe nun endlich auch mal eine Unterkunft gefunden. Allerdings mal wieder ne lange Fahrt, über 400 km und 5 h. Mit Zwischenstopp in Queenstown, um mir ein superleckeres Eis zu gönnen, ging es dann nach Tekapo, ich habe das letzte bisschen vom Tag mit einer kleinen Wanderung auf der Halbinsel verbracht und bin dann bei Einbruch der Dunkelheit in die Hot Pools gegangen. Unter freiem Himmel kann man in wunderbar warmen Wasser die Sterne beobachten. Wenn die Sonne weg ist, kann es doch schon relativ kalt werden.

Leider haben wir schon wieder zunehmenden Mond, d.h. es ist schon fast wieder zu hell. Man konnte aber die Milchstraße sehr schön erkennen, man fühlt sich fast wie in einer Glaskugel.

 

Nun geht es heute also wieder zurück nach Christchurch und ich hoffe, dass alles gut läuft und ich dann meinen Dreamjob bekomme. Wenn nicht, könnte ich am Montag mit Mais pflücken anfangen, aber Trecker fahren ist ne Spur cooler( und besser bezahlt ? )

Ich hab jetzt auch das Reisen auf der Südinsel abgeschlossen, jetzt "fehlt" mir nur noch die Spitze über Auckland, um alles für mich interessante gesehen zu haben. Aber so viel sehen ist doch sehr ermüdent und irgendwann ist man garnicht mehr so begeistert. Deswegen jetzt Arbeiten ?

 

Viele liebe Grüße aus dem Herbst ( die paar Laubbäume werden auch schon gelb)

 

Kleines Update, weil WLANlosigkeit: Morgen steht Probearbeiten an: Neben dem Zwiebelaufsammelwagen herfahren. Mal sehn, ob ich als Frau auf dem Trecker meine (hoffentlich) zukünftigen Chef beeindrucken kann, seine Begeisterung heute hielt sich in Grenzen, er hatte wohl scheinbar mit nem Kerl gerechnet. Ich bin immer wieder für ne Überraschung gut. Und Pläne machen lohnt immernoch nicht, hab heute schon 3mal alles über den Haufen geworfen.

12April
2016

Weiter geht meine Reise....

Eine blutige Angelegenheit

 

Am Donnerstag haben wir die Kälber enthornt. Allerdings nicht wie in Deutschland, sondern die sind schon 7 Monate alt, so dass die Hörner schon deutlich vorhanden sind. Also waren 3 von unsern Leuten mit 5(!!) Tierärzten dabei, die Hörner abzukneifen. Ich habe zum Glück in der Gruppe gearbeitet, die die örtliche Betäubung gemacht hat, denn schön ist das Abkneifen nicht. Da das Horn wächst, ist es ja auch teilweise durchblutet, und  durch das Abkneifen wird auch der Blutkreislauf gekappt und das Blut spritzt regelrecht im hohen Bogen aus den Köpfen der Kälber. Es sah teilweise eher wie beim Schlachter aus, aber durch die Betäubung haben die Kälber zum Glück nix gespürt. Ich hab mich für jedes 'polled' Kalb gefreut, das diesen Prozess nicht durchlaufen musste, weil es keine Hornanlagen hat (genetisch hornlos). Wir haben 550 Kälber innerhalb eines Vormittags geschafft, somit sind außer den kleinste 4 alle Kälber enthornt.

( In Deutschland benutzt man normalerweise Brennstäbe, die einen Ring brennen und so die Durchblutung und damit das Wachstum stoppen. Allerdings darf man das auch nur in den ersten Monaten so machen (oft werden die Kälber sediert))

 

Ansonsten beschäftigten wir uns eher mit dem Putzen des Melkstandes, da für Dienstag eine Kontrolle angekündigt ist.

 

Gestern haben wir mal wieder unsere "emptys" aussortiert, sie sind nicht tragend geworden und werden nun zum Schlachter gehen, da es beim momentanen Milchpreis nicht lohnt, die Kühe ein Jahr fressen zu lassen um dann davon die Hälfte tragend zu bekommen.

Deswegen haben wir Freitag plötzlich nur noch 500 Kühe gemolken, zur Begeisterung aller Mitarbeiter, das bedeutet nur noch ne knappe Stunde melken abends.

Also werden uns nächste Woche knapp 200 Kühe verlassen, obwohl 'uns' ja auch falsch ist, da ich Freitag meinen letzten Arbeitstag hier hatte. Ich werden jetzt erstmal noch meine Reise auf der Südinsel abschließen und dabei nach nem neuen Job suchen, also gibt's bald mal wieder was anderes als das Kuhzeug von mir.

 

Am Samstag hab ich mich dann also von meinen Kollegen verabschiedet und habe mich auf den Weg zum Mount Hutt gemacht. Dieser Berg liegt eigentlich ziemlich direkt hinter meiner Arbeitsstelle und bildet mit den drumrumliegenden Bergen das größte Skigebiet (Natürlich auch nur im Winter). Man kann seeehr weit hoch fahren und mein Autolein ist dort auch problemlos hochgeschnurrt, obwohl es Schotterweg und ziemlich steil war.

Die Aussicht hat mich mega umgehauen, es war ein superklarer Tag, nur ein paar Miniwolken waren zum Anfassen nahe.

 

 

 

Dann ging es weiter über die Rakaia-Gorge, eine Schlucht, die ganz plötzlich vor einem liegt, nach Dunedin. Es war mal wieder eine sehr lange Autofahrt, doch es gab (wie immer) genug Landschaft zu bestaunen.

 

 

In Dunedin angekommen, habe ich erstmal die Stadt erkundet. Durch die große und gefragte Universität ist es dort zu später Stunde noch sehr lebhaft, besonders natürlich Samstag Abends. Das ist die erste Stadt hier in Neuseeland mit Flair, meiner Meinung nach. Ich war den Sonntag dann einfach bummeln und hab den Abend mit Leuten aus dem Hostel verbracht. Zwischendurch ging es zur Otago Penninsula, eine Halbinsel, auf der man Königsalbertrosse, Seelöwen und Pinguine sehen kann. Allerdings wollte ich dafür nicht nen Haufen Geld ausgeben und habe also nur die schöne Fahrt genossen.

 

 

 

 

 

 

Heute ging es dann weiter, ich würde gerne länger dort bleiben und Arbeit finden, allerdings gibt es durch die vielen Studenten keine freien Jobs und zu gute Konkurrenz.

 

Ich habe noch die steilste Straße der Welt erklommen und hab eine Runde durch den Botanischen Garten gedreht, bevor ich weiter gen Süden gefahren bin.

 

 

 

 

 

Momentan befinde ich mich in den Catlins, ein besonders schöner Abschnitt der Küste. Am Nugget Point hab ich nen Zwischenstopp eingelegt um die zerklüfteten Felsen zu bewundern, bevor ich dann weiter zu meiner Unterkunft gefahren bin.

 

 

 

 

Dort gabs noch nen kleinen Spaziergang, doch es regnet ab und zu und die Tage werden auch kürzer. Und so sitze ich im fast leeren Hostel und plane ein wenig die nächsten Tage( und schreib mal wieder für euch)

 

Jetzt wisst ihr also wieder Bescheid, was ich so treibe, bis denne.

03April
2016

Bildmaterial ?

Hallo, hier gibts mal nen paar Fotos und nen Video, wie ich eigentlich so meine Zeit verbringe.

Nun brechen hier auch meine letzten Tage an und ich freue mich auch hier weg zu kommen. Die letzten Tage gabs nen bisschen Zoff mit meinem Kollegen, mir war aber von Anfang an klar, dass es schwieriger werden könnte. Es gibt einfach Menschen mit denen man nicht kann.

Ein anderer Kollege hat sich Freitag verletzt und 3 andere haben grade ihr Oster-Ersatzwochenende frei. D. h. das wir momentan nur zu 3 sind, da kommen schön Stunden zusammen?

 

Mein Pigfood-Mobil. Es gibt immer yummi abgestandene Milch ?

 

Unser kleiner Futterwagen. Einer steht hinten drauf und wirft scheibchenweise das Heu ab ?

 

Eine seltene Rasse: Das Tunkschnazenschwein.

 

Und ich hab ein Melkvideo zusammengebastelt, welches ihr hier gucken könnt. Leider ist die passende Musik dazu bei Youtube nicht erwünscht, deswegen ohne. Viel Spaß damit.

 

Ciao