Gaaaanz weit weg !

Ein Jahr am anderen Ende der Welt

Berichte von 05/2016

21Mai
2016

Über geteilte Zimmer, tonnenweise Zwiebeln und Langeweile

Hallo,

 

Hier passiert nicht soviel (fange ich eigentlich jeden Eintrag so an?), aber mal wieder genug um es aufzuschreiben.

 

Arbeitstechnisch bin ich in der Scheune, Kartoffeln sortieren. Samstag habe ich nur halb gearbeitet und Sonntag hatte ich auch frei. Dort habe ich mich mit Henri getroffen,  wir haben zusammen auf dem letzten Hof gearbeitet. Wir haben uns in ein Café gehockt und hatten uns auch mal wieder einiges zu erzählen. Wir saßen fast 4 Stunden da ?. Er arbeitet immer noch dort, ist aber relativ genervt von Kollegen und Chef, letzte Woche wurden die Kühe trockengestellt und nun gibt's nicht mehr viel zu tun.




Am Montag gab's neue Kollegen für mich. Ein israelisches Pärchen (24&25) sind hier auf dem Hof angekommen und wohnen so ziemlich mit hier in meinem Zimmer. Sie haben zwar ein eigenes Schlafzimmer in einem Gartenhäuschen, aber müssen halt meine Küche/Bad mitbenutzen. Das ist erstmal sehr komisch, weil ich dadurch ja im Prinzip keine Privatsphäre mehr habe, aber ganz langsam gewöhnen ich mich dran.

 

 

 

Mittwoch haben wir dann mit Zwiebel packen angefangen. An der Maschine arbeiten wir nun mit 6 Leuten, 3 von den Fidschis, 2 aus Israel und Ronja… Es ist sehr eintönige Arbeit, entweder sortiere ich oder nähe die 15kg-Säcke mit der Maschine zu.  Die Paletten werden mithilfe von Gittern 2m hoch gestapelt, 92 Säcke, also 1380 kg. In den letzten Tagen haben wir einen großen Überseecontainer gefüllt. Leider mache ich nun immer weniger Stunden, am Freitag haben wir nur bis Mittags gearbeitet und jetzt am Wochenende gar nicht. Leider gibt's hier auch nix wirklich zu tun, so dass ich hier eher Langeweile schiebe, hin und wieder mal schwimmen und shoppen gehe und sogar schon saubermache. Aus Langeweile ??. Das Wetter ist leider auch nicht wirklich einladend, es regnet und stürmt dauernd.

 

 


Gestern hab ich mal angefangen, Zettel zum Auto verkaufen aufzuhängen. Das muss ich jetzt wirklich loswerden, hab gestern gemerkt, dass ein Scheinwerfer nicht mehr funktioniert und ich möchte noch einen ordentlichen Preis dafür kriegen, wird eh schon schwierig genug, weil momentan viele Backpacker das Land verlassen und ihre Autos auch ausgerechnet hier verkaufen müssen?

 

Mal sehn was das noch so bringt, ich habe noch ein bisschen Zeitpuffer. Bis dahin vertreibt ich mir also die Zeit mit noch ein paar Taler verdienen (wenn ja leider auch nicht so viele wie ich gerne hätte) und im Bett liegen und im Internet hängen. Bääääh.

 

Aber nützt ja nix, wir befinden uns im Endspurt, der letzte Monat ist schon angebrochen und ich kann's ehrlich gesagt kaum noch erwarten, nach Hause zu kommen, es wartet einfach schon zu viel Neues (und auch Altbekanntes).

 

Also euch viel Spaß im hoffentlich jetzt wieder wärmer werdenden Deutschland ?

11Mai
2016

Ein paar freie Tage...

Hallo ihr da draußen.

 

Hier läuft es ganz gut soweit. Am Dienstag haben wir alle restlichen Zwiebel aufgesammelt, nachdem ich am Wochenende fast nur auf dem Feld sortiert habe, meine Kurzzeitkollegen hatten beiden frei. Also hab ich dann am frühen Dienstagnachmittag die Pick-up Maschine nach Hause gefahren.  Auf 35 km mit einem kleinen Schlepper, Überbreite auf einer engen Brücke, Ungleichgewicht und einem hohen Förderband konnte ich mich mal wieder beweisen. Chef war natürlich erst ein bisschen misstrauisch, aber ich hab's ohne Probleme hinbekommen. Fahr ja auch nicht das erste Mal mit Trecker und Gerät auf der Straße.

 

Mittwoch haben wir dann auch die Kartoffeln dort fertig gemacht, also das Gleiche diesmal mit dem Kartoffelroder. Wieder null Probleme ??

 

Donnerstag bis Sonntag hatte ich frei, gab noch ein ausgelassene Wochenende und den ANZAC-Day-Ersatztag aufzuholen. Also hab ich mein Auto gewaschen und bin mit einer Deutschen nach Akaroa gefahren. Dort hatte es mir ja schon das letzte Mal so gut gefallen und auch dieses Mal hat die Sonne vom strahlend blauem Himmel geschienen. Wir haben uns wunderbar unterhalten und sind dann auch Freitag zusammen ein bisschen durch Christchurch gebummelt. Vorher waren wir noch in einem deutschen Café zum Brunchen. Ich vermisse das deutsche Essen eigentlich gar nicht (ich kann's mir ja selber machen), aber meine Begleiter irgendwie. Also gab's lecker Körnerbrötchen mit Fleischsalat und für mich leckerlecker Weischwurscht mit Brezel. Dort konnte man auch Milka und Rittersporn Schokolade, Tortenguss, Gewürzgurken und Rote Grütze aus'm  Glas, Kartoffelklöße und andere typisch deutsche Lebensmittel kaufen. Außerdem backen die dort Brot und stellen Wurstspezialitäten her (und natürlich auch Sauerkraut). Das ganze Café erinnerte auch sehr an Deutschland, zwar eher an einen Fleischer, der typische Fleischertresen, nicht großartig aufgeprotzt, die Frauen trugen rot weiß kariert Blusen?.



 

 

 

Später ging es dann noch ein bisschen Shoppen und Bummeln.

 

Am Samstag lief hier im Riccaton Park das letzte Pferderennen der Saison. Es war sogar mit kostenlosen Eintritt, es waren auch sehr wenig Leute da. Man konnte natürlich auch wetten, allerdings habe ich nicht alles verstanden. Die Pferde waren mega zappelig und natürlich richtig schnell. Es gab 6 Rennen, über Strecken  von 600-2000 m, die letzten 2 Rennen jeweils über 600 schienen die "besten" zu sein, es waren viel mehr Leute da. Die Ziellinie ist vor der Zuschauertribüne und da werden die Pferde nochmal richtig angefeuert. Gänsehaut pur!



 

 

 

Sonntag war ich mal wieder in der Life Church, wo ich Ostern auch schon war. Es war trotzdem wieder mega voll und das Thema war natürlich Muttertag. Als dann alle mind. 200 Mütter vor der Bühne standen, waren die Reihen ziemlich leer?. Später bin ich dann etwas am Meer langgefahren, hab mich auf nein Klippenvorsprung gezockt und noch die warme Herbstsonne genossen.


 

 

 

Denn als ich Montag wieder zum Arbeiten rausguckte, war es ziemlich kalt-nass-eklig. Ich hab den Tag in der Scheune mit Kartoffeln sortieren und saubermachen verbracht.? Gestern das gleiche, und so wird's wohl auch weiter gehen die nächsten Wochen.

 

Heute haben wir nun das letzte Kartoffelstück angerodet, bloß gibt es hier einfach keinen Kartoffelboden. Viel zu lehmig, da müssen wir zu zweit sortieren und könnten noch locker ne 3. Person brauchen. Auch nicht so die abwechslungsreiche Arbeit, aber muss man halt durch….

 

Bis denne.