Gaaaanz weit weg !

Ein Jahr am anderen Ende der Welt

16April
2016

Meine letzte Schleife der Südinsel (und viiiiele Bilder)

Also habe ich am Dienstag mich auf den Weg weiter durch die Catlins gemacht. Ich hatte mir mal wieder eine relativ lange Strecke überlegt, weil es vorallem nur Anguck-Punkte waren, da braucht man nicht nächtelang sein.

Auf meiner Strecke lag der Curio Bay, einer der schönsten Strände in den Catlins, bei low tide kann man versteinerte Bäume im Wasser sehen

Am Slope Point war ich kurz, der offiziell südlichste Punkt von den Hauptinseln Neuseelands, allerdings wird mein nächster Halt oft dazu gemacht. Man sagt nämlich umgangssprachlich "von Cape Reinga bis Bluff", also von Nord nach Süd. Bluff ist vorallem bekannt für die Austern, die dort sehr gut sein sollen (und verdammt teuer, weswegen ich die nicht probieren wollte) und dem Fährhafen vorallem nach Steward Island, einer einzigartigen Naturinsel, auf der man sogar wilde Kiwis sehen kann (nicht die Menschen oder Früchte, ich meine die Vögel).

 

Ich hin dann weiter nach Invercargill gefahren, eine kleine unscheinbare Stadt. Nach ner Mittagspause gings dann über den South Scenic Highway nach Te Anau, wo ich nun auch endlich angekommen bin, es war schon 6 Uhr.

 

Am nächsten Tag habe ich mich dann mit einem israelischen Mädel auf den Weg zu den Milford Sounds gemacht. Bei 120 km Strecke haben wir an interessanten Punkten angehalten und kurze Spaziergänge gemacht. Außerdem bin ich das erste Mal hier durch einen Tunnel gefahren. Sonst sind die Straßen immer um die Berge rum oder rüber, aber selten durch. Auf der Strecke haben wir einiges an Autos und Bussen gesehen, sodass schon zu erwarten war, das es sehr voll werden würde. Wir waren auf einem Boot für 200 Leute, aber das Wetter war so gut, dass wir fast die ganze Fahrt auf dem Deck saßen. Es war echt schön, man konnte einige Wasserfälle sehen, es werden tausende, wenn es vorher regnet. Aber noch nicht so ganz das magische, was ich mir darunter vorgestellt habe. Aber das sollte noch kommen.

 

Denn am nächsten Tag ging es in die Doubtful Sounds, die um einiges größer sind und durch die schwierige Erreichbarkeit auch nicht so überlaufen. Ich habe mich für eine ganztägige Kajaktour entschieden. Um kurz vor 7 gings zur Base in Manpouri, dann mit dem Bus zum Anleger aufs 1. Boot, man konnte einen schönen Sonnenaufgang beobachten. Dann ging es am Wasserkraftwerk vorbei, es betreibt die einzige Aluminiumhütte bei Bluff. Runter vom Boot, schnell den Neoprenanzug anziehen und dann rein in den Bus. Diesen Punkt erreicht man nur per Boot. Also ging es mit dem Bus auf der einzigen Straße zum nächsten Anleger (die Straße wurde ursprünglich fürs Wasserkraftwerk gebaut, um Material direkt vom Tasmanischen Ozean her zu bringen). Und dann rein ins Kajak. Nach ca. 2 h gegen Wind und Wellen kämpfen ( da war noch nicht viel Zeit zum Bewundern der Natur) war Mittagspause angesagt. Also allemann wieder aufs Boot, kurzes Aufwärmen und Essen, dann ging es weiter. Jetzt waren wir in einem Seitenfjord, ein bisschen Wind hatten wir im Rücken und unser Führer konnte mehr erzählen. Allerdings war es teilweise so windstill, dass wir von den Sandflys angegriffen wurden, jetzt darf ich mich wieder wochenlang mit juckenden Stichen im Gesicht und an den Händen rumquälen?.

 

Die Fjorde, (die fälschlicher Weise Sounds genannt werden) sind bis zu über 900m tief, die Berge drumherum das gleiche hoch. An den felsigen, steilen Hängen befindet sich ein ausgeklügeltes Ökosystem, bei 7-8 l Regen im Jahr ein Regenwald ( in Deutschland haben wir ca. 700ml), und der ganze Zyklus lebt davon, das ab und zu mal ein Teil der Vegetation abrutscht. Das Regenwasser spühlt aus dem Moos einen dunklen Farbstoff, der das Wasser trübt, und so entstehen schon bei 5 m Tiefe Tiefsee-Korallenriffe. Das Wasser ist sehr nährstoffhaltig, so das es unter der Wasseroberfläche nur so von Leben wimmelt. Selbst Delfine leben dort das ganze Jahr über, wir haben nur leider nur Pinguine gesehen.

 

Nachmittags war es wunderbar bewölkt und es tröpfelte, die Wolken hingen in den Bergen und wir saßen in unseren kleinen Kajaks. Einfach ein magischer Ort, jeden einzelnen Cent wert. Nach 5 Minuten absoluter Stille kam das Boot und wir sind den ganzen umständlichen Weg zurückgefahren, auf dem Weg über den See konnte man den Sonnenuntergang beobachten. Was für ein fantastischer Tag!

 

Der krönende Abschluss war noch ein Anruf von einem Farmer, bei dem ich mich vor 3 Wochen zum Trecker fahren beworben hatte, er hatte wohl Pech mit seinen Leuten, also fahr ich da gleich zum Angucken hin.

 

Gestern habe ich mich dann auf den Weg zum Lake Tekapo gemacht, ich habe nun endlich auch mal eine Unterkunft gefunden. Allerdings mal wieder ne lange Fahrt, über 400 km und 5 h. Mit Zwischenstopp in Queenstown, um mir ein superleckeres Eis zu gönnen, ging es dann nach Tekapo, ich habe das letzte bisschen vom Tag mit einer kleinen Wanderung auf der Halbinsel verbracht und bin dann bei Einbruch der Dunkelheit in die Hot Pools gegangen. Unter freiem Himmel kann man in wunderbar warmen Wasser die Sterne beobachten. Wenn die Sonne weg ist, kann es doch schon relativ kalt werden.

Leider haben wir schon wieder zunehmenden Mond, d.h. es ist schon fast wieder zu hell. Man konnte aber die Milchstraße sehr schön erkennen, man fühlt sich fast wie in einer Glaskugel.

 

Nun geht es heute also wieder zurück nach Christchurch und ich hoffe, dass alles gut läuft und ich dann meinen Dreamjob bekomme. Wenn nicht, könnte ich am Montag mit Mais pflücken anfangen, aber Trecker fahren ist ne Spur cooler( und besser bezahlt ? )

Ich hab jetzt auch das Reisen auf der Südinsel abgeschlossen, jetzt "fehlt" mir nur noch die Spitze über Auckland, um alles für mich interessante gesehen zu haben. Aber so viel sehen ist doch sehr ermüdent und irgendwann ist man garnicht mehr so begeistert. Deswegen jetzt Arbeiten ?

 

Viele liebe Grüße aus dem Herbst ( die paar Laubbäume werden auch schon gelb)

 

Kleines Update, weil WLANlosigkeit: Morgen steht Probearbeiten an: Neben dem Zwiebelaufsammelwagen herfahren. Mal sehn, ob ich als Frau auf dem Trecker meine (hoffentlich) zukünftigen Chef beeindrucken kann, seine Begeisterung heute hielt sich in Grenzen, er hatte wohl scheinbar mit nem Kerl gerechnet. Ich bin immer wieder für ne Überraschung gut. Und Pläne machen lohnt immernoch nicht, hab heute schon 3mal alles über den Haufen geworfen.