Gaaaanz weit weg !

Ein Jahr am anderen Ende der Welt

12April
2016

Weiter geht meine Reise....

Eine blutige Angelegenheit

 

Am Donnerstag haben wir die Kälber enthornt. Allerdings nicht wie in Deutschland, sondern die sind schon 7 Monate alt, so dass die Hörner schon deutlich vorhanden sind. Also waren 3 von unsern Leuten mit 5(!!) Tierärzten dabei, die Hörner abzukneifen. Ich habe zum Glück in der Gruppe gearbeitet, die die örtliche Betäubung gemacht hat, denn schön ist das Abkneifen nicht. Da das Horn wächst, ist es ja auch teilweise durchblutet, und  durch das Abkneifen wird auch der Blutkreislauf gekappt und das Blut spritzt regelrecht im hohen Bogen aus den Köpfen der Kälber. Es sah teilweise eher wie beim Schlachter aus, aber durch die Betäubung haben die Kälber zum Glück nix gespürt. Ich hab mich für jedes 'polled' Kalb gefreut, das diesen Prozess nicht durchlaufen musste, weil es keine Hornanlagen hat (genetisch hornlos). Wir haben 550 Kälber innerhalb eines Vormittags geschafft, somit sind außer den kleinste 4 alle Kälber enthornt.

( In Deutschland benutzt man normalerweise Brennstäbe, die einen Ring brennen und so die Durchblutung und damit das Wachstum stoppen. Allerdings darf man das auch nur in den ersten Monaten so machen (oft werden die Kälber sediert))

 

Ansonsten beschäftigten wir uns eher mit dem Putzen des Melkstandes, da für Dienstag eine Kontrolle angekündigt ist.

 

Gestern haben wir mal wieder unsere "emptys" aussortiert, sie sind nicht tragend geworden und werden nun zum Schlachter gehen, da es beim momentanen Milchpreis nicht lohnt, die Kühe ein Jahr fressen zu lassen um dann davon die Hälfte tragend zu bekommen.

Deswegen haben wir Freitag plötzlich nur noch 500 Kühe gemolken, zur Begeisterung aller Mitarbeiter, das bedeutet nur noch ne knappe Stunde melken abends.

Also werden uns nächste Woche knapp 200 Kühe verlassen, obwohl 'uns' ja auch falsch ist, da ich Freitag meinen letzten Arbeitstag hier hatte. Ich werden jetzt erstmal noch meine Reise auf der Südinsel abschließen und dabei nach nem neuen Job suchen, also gibt's bald mal wieder was anderes als das Kuhzeug von mir.

 

Am Samstag hab ich mich dann also von meinen Kollegen verabschiedet und habe mich auf den Weg zum Mount Hutt gemacht. Dieser Berg liegt eigentlich ziemlich direkt hinter meiner Arbeitsstelle und bildet mit den drumrumliegenden Bergen das größte Skigebiet (Natürlich auch nur im Winter). Man kann seeehr weit hoch fahren und mein Autolein ist dort auch problemlos hochgeschnurrt, obwohl es Schotterweg und ziemlich steil war.

Die Aussicht hat mich mega umgehauen, es war ein superklarer Tag, nur ein paar Miniwolken waren zum Anfassen nahe.

 

 

 

Dann ging es weiter über die Rakaia-Gorge, eine Schlucht, die ganz plötzlich vor einem liegt, nach Dunedin. Es war mal wieder eine sehr lange Autofahrt, doch es gab (wie immer) genug Landschaft zu bestaunen.

 

 

In Dunedin angekommen, habe ich erstmal die Stadt erkundet. Durch die große und gefragte Universität ist es dort zu später Stunde noch sehr lebhaft, besonders natürlich Samstag Abends. Das ist die erste Stadt hier in Neuseeland mit Flair, meiner Meinung nach. Ich war den Sonntag dann einfach bummeln und hab den Abend mit Leuten aus dem Hostel verbracht. Zwischendurch ging es zur Otago Penninsula, eine Halbinsel, auf der man Königsalbertrosse, Seelöwen und Pinguine sehen kann. Allerdings wollte ich dafür nicht nen Haufen Geld ausgeben und habe also nur die schöne Fahrt genossen.

 

 

 

 

 

 

Heute ging es dann weiter, ich würde gerne länger dort bleiben und Arbeit finden, allerdings gibt es durch die vielen Studenten keine freien Jobs und zu gute Konkurrenz.

 

Ich habe noch die steilste Straße der Welt erklommen und hab eine Runde durch den Botanischen Garten gedreht, bevor ich weiter gen Süden gefahren bin.

 

 

 

 

 

Momentan befinde ich mich in den Catlins, ein besonders schöner Abschnitt der Küste. Am Nugget Point hab ich nen Zwischenstopp eingelegt um die zerklüfteten Felsen zu bewundern, bevor ich dann weiter zu meiner Unterkunft gefahren bin.

 

 

 

 

Dort gabs noch nen kleinen Spaziergang, doch es regnet ab und zu und die Tage werden auch kürzer. Und so sitze ich im fast leeren Hostel und plane ein wenig die nächsten Tage( und schreib mal wieder für euch)

 

Jetzt wisst ihr also wieder Bescheid, was ich so treibe, bis denne.